Donnerstag, 28. August 2014

Wie alles begann ...

Vor einigen Monaten sprach meine Ausbilderin mich an, ob ich Lust hätte eine Praktikum im
Ausland zu absolvieren. Sie hat davon bei einem Ausbildertreffen erfahren und selbst auch noch keine Erfahrung damit! Nach "einmal-drüber-schlafen" war für mich die Entscheidung gefallen:
Ich mache von September bis Oktober ein Praktikum in Österreich!
Möglich wird das durch ein Stipendium des EU-Programm "Leonardo da Vinci". Dieses Programm richtet sich an Menschen, die sich in einer dualen oder schulischen Ausbildung befinden oder diese gerade abgeschlossen haben. Etwas bekannter ist die Variante für Studenten: "Erasmus".
Eine Berufsschule in Essen leitet das Projekt und betreut mich vor, während und nach dem Aufenthalt in Österreich.

Bei einem Workshop im Vorfeld, konnte ich dann meinen Vertrag unterzeichnen und bekam auch meinen genauen Aufenthaltsort!
Ich absolviere mein Praktikum an der Fachhochschule Kärnten. Diese liegt an 4 Standorten in 4 Städten: Villach, Feldkirchen, Spittal an der Drau und Klagenfurt am Wörthersee.
Mir wurde geraten in Villach zu wohnen, da ich von hieraus die beste Anbindung an die anderen Städte habe.

Bild-Quelle: http://www.robert-schmidt-berufskolleg.de/wb/pages/aktivitaeten/auslandspraktika.php

Donnerstag, 1. August 2013

Weiter auf dem Jakobsweg mit kleiner Etappenänderung...

Endlich nach über einem Jahr haben wir es geschafft die nächste Etappe zu pilgern! Vieles ist uns dazwischen gekommen: Mein Freund war für einige Zeit im Süden Deutschlands um seine Bacholararbeit zu schreiben und dann noch ein fieser Wintereinbruch. Nun ist aber Vorlesungfreie Zeit und zwischen den Klausuren haben wir uns vorgenommen dieses Jahr bis Köln zu kommen um da dann zu überwintern ;)
Mit der Handykamera leider nicht so gut zu erkennen!

Begonnen haben wir früh morgens in Gevelsberg! Zum Glück war es ein milder Tag mit viel Sonnenschein. Nach einigen Höhenmetern konnte ich auf einen Schornstein meiner Heimatstadt blicken und sogar bis zum berühmten Florianturm nach Dortmund!
Die Etappe ging, mit vielen Steigungen, weiter durch Wälder. Es war eine wirklich schöne aber anstrengende Strecke. In Wuppertal- Beyenburg, unserem eigentlichen Ende des Tages, machten wir Rast an der kleinen Kapelle Maria im Schnee.
Eigentlich kann man hier selbstständig seinen Pass stempeln, aber der Stempel ist geklaut worden und so nahmen wir nur eine kleine Kopie als Erinnerung mit. Hinter der Kapelle standen ein paar Bänke auf einer schönen Wiese direkt an der Wupper. Wir setzten uns und packten die Butterbrote aus! Es herrschte ein reger Publikumsverkehr, anscheined ist die Kapelle ein beliebtes Ziel. Bei einigen hatte ich die Vermutung, dass auch sie auf dem Jakobsweg pilgern! Nachdem wir uns gestärkt hatten zogen wir weiter an der Wupper entlang. Wir kamen vorbei an vielen Kanuclubs mit jede Menge Ferienkindern, bevor wir den Fluss überquerten und einem steilen Wanderweg folgten! Dieser Anstieg wollte einfach kein Ende nehmen und ich dachte schon wir sind falsch, aber da erblickte ich doch wieder unsere Muschel!
Kapelle Maria im Schnee
Ab Wuppertal- Beyenburg gingen wir ohne Karte und ohne Wegbeschreibung nur nach der Beschilderung. Ich wollte mir eigentlich für die Strecke bis Aachen ein Buch kaufen mit Kartenmaterial und Hintergrundinfos, aber es ist im Moment nicht mehr lieferbar und eine Neuauflage erscheint erst nächstes Jahr im März :(
Wir haben uns diesmal trotzdem nur einmal verlaufen und das obwohl eine Muschel uns den Weg weisen sollte. Diese war aber so ungünstig angebracht, dass an einer Kreuzung alle vier Wege in Frage kamen. Nachdem wir einen Freund kontaktiert hatten und dieser unsere Position bestimmt hatte, konnte es weiter gehen! Zum Glück gab es danach nur noch körperliche Beschwerden. Erschöpft kamen wir urplötzlich in Remscheid- Lennep an! Wir hatten noch gar nicht damit gerechnet! Die Lenneper Gemeinde gibt sich wirklich Mühe mit ihren Pilgern. Sie haben einen kleinen Shop, der von erfahrenen Jakobspilgern betrieben wird. Dort bekommt man seinen Stempel und einige kleine Souvenirs. Ich habe mir eine modische Muschelkette zugelegt! Schon lange wollte ich ein Erkennungszeichen haben, doch die üblichen Jakobsmuscheln, welche man meist am Rucksack befestigt, sind mir schlicht zu groß. So wurde es ein hübsches lilanes Exemplar!
Meine neue modische Muschel!
Ohne große Pause entschieden wir uns direkt zum Bahnhof zugehen und die Heimfahrt anzutreten. Meine Mutter wartete Zuhause schon mit einem Fußbad auf uns! Welch ein Service und eine Wohltat! Schmerzende Füße und schmerzendes Knie! Im Laufe des Abend kam dann noch der Muskelkater in den Beinen hinzu! Aber heute bin ich glücklich wieder eine Etappe bis nach Aachen geschafft zu haben!

Nach diesen 25 km sind wir nun ca. 75 km gepilgert! Bis Köln sind es jetzt noch ungefähr 50 km, also zwei Etappen, welche wir noch im August wandern wollen!

Montag, 11. Juni 2012

2. Etappe: Herdecke - Gevelsberg

Am 27. Mai 2012 ging es weiter! Am Abend dachte ich noch meine Füße werden mich umbringen. Ich schaffe die nächsten 22 km nicht! Doch kaum waren wir unterwegs waren die Schmerzen vergessen.
Es ging über die Ruhr und hinauf auf den Kaisberg. Zum Glück nur ein kleiner Anstieg! Bald waren wir in Hagen angelangt und schon begann das Chaos... In Hagen und Umgebung haben wir uns 3 mal verlaufen! Ok, einmal haben wir in einem Waldgebiet nicht aufgepasst. Aber es war auch einfach zu idyllisch, um auf die Jakobsmuschel zu achten! Schon nach 10 km hatte ich die Nase gestrichen voll! Zum Glück ist mein Freund eine Kämpfernatur, so fanden wir den Weg schließlich trotz meines Meckerns und Jammerns wieder. Über einen Höhenstieg ging es dann bis nach Gevelsberg. Diese Stadt versteht sich sehr gut aufs Pilgern. Am Wegesrand gab es Infotafeln mit Hinweisen auf Stempelstellen und Übernachtungsmöglichkeiten. Es gab sogar kleine Wanderkarten. Die Hagner könnten sich davon mal eine große Scheibe abschneiden.

Infotafel in Gevelsberg
 Ein schönes Erlebnis war, als wir einen Mann mit Hund trafen. Man muss dazu sagen, dass die Wege manchmal wirklich einsam sind. Der Mann stand da mitten im Wald und wir kamen auf ihn zu. Er sagte nur: "Da, ein Specht und dahinten ist ein Eichhörnchen" und schon war er wieder weg. Mein Freund und ich waren so verdattert, dass wir ne viertel Stunde vor dem Baum standen und den Specht suchten. Gefunden haben wir ihn auch, nur wollte er patu nicht aufs Foto.

In Gevelsberg angekommen suchten wir erstmal eine Stempelstelle, welche auch Sonntags geöffnet hat. Gefunden haben wir sie in einem Hotel! Dort hätte ich mich am liebsten sofort in ein Bett gelegt, aber wir wollten wieder zurück nach Herdecke. Also auf zum Bahnhof, mit viel Glück kam sogar sofort ein Zug und wir konnten endlich ausspannen!


Wann unsere nächste Etappe beginnt ist noch unklar, aber ich hoffe es dauert nicht mehr all zu lange!

1. Etappe: Dortmund - Herdecke

Wir haben es geschafft!
Am 26. Mai 2012 sind mein Freund und ich die ersten 25 km unseres Caminos gepilgert.
Los ging es aber erstmal in Herdecke, meiner Heimatstadt. Nach einem guten Frühstück bei meinen Eltern, fuhren wir mit der Bahn nach Dortmund, um dort unsere Pilgerreise zu beginnen.
Für unseres 1. Stempel in unserem Pilgerpass (Foto folgt) mussten wir allerding etwa eine halbe Stunde warten, denn die ausgewählte Kirche hatte noch nicht geöffnet. Der eintreffende ehrenamtliche Mitarbeiter war dann gerade zu euphorisch uns zu treffen: "Meine ersten Pilger!" Zu gleich hatte er noch viele Frage: "Wo seit ihr los gegangen? Wie lange seit ihr unterwegs? Und einfach nur toll, dass so junge Meschen diesen Weg für sich entdecken!" Nach diesem herrlichen Plausch ging es nun endlich los!
Erstmal quer durch die Stadt bis zu unserem schönen Westfalenstadion, einigen auch anders bekannt, aber mal ehrlich der alte, nicht komerzielle Name ist doch viel schöner?!
Plötzlich war man mitten in einem Stadtwald, wünderschön, wusste nicht, dass dieser der Innenstadt doch so nahe ist!
Unsere erste Rast machten wir an einer Kirche in Wellinghofen. Unter einer alten Kastanie konnten wir sogar noch eine Hochzeitsgesellschaft beobachten.
Weiter ging es durch die Bittermark, wo wir zu gleich unsere zweite Rast einlegten. In den letzten Zügen des 2. Weltkrieges wurden hier etwa 300 Menschen ermordet und verscharrt, bevor Dortmund von amerikanischen Truppen besetzt wurde. Heute erinnert ein riesiges Mahnmal an diese Gräueltat.
Für uns ging es weiter mit einem langen Aufstieg hinauf auf die Hohensyburg, nicht nur eine Burg, welche das Ruhrtal überwacht! Hier gönnten wir uns unsere 3. und letzte Rast mit Blick auf den Hengsteysee. Zu dem wir dann auch den sehr steilen Abstieg wagten. Einmal mehr war ich froh mir gute, feste Wanderschuhe gekauft zu haben!
Nun begann für mich eine Tortur! Den 7 km umfassenden See kenne ich in- und auswenig. Keine Ahnung wie oft ich ihn als Kind mit dem Fahrrad umrundet habe. Wie froh war ich da, als endlich mein Elterhaus in Sicht kam, wo die Selbigen, meine Schwester und ihr Freund schon mit einem angefeuerten Grill warteten.
Eine super Empfang nach 7 Stunden Wanderzeit!